Im Zuge des Nachverdichtens unserer Städte fallen viele Bauten der 1960er- und 1970er-Jahre der Abrissbirne zum Opfer, da sie ästhetisch und strukturell nur wenige Fürsprecher haben. Eine Aufstockung von Lacroix Chessex im Genfer Stadtteil Sécheron macht deutlich, welches Potenzial in ihnen schlummert: Drei zusätzliche Geschosse verleihen dem Baukörper eine neue stadträumliche Präsenz und lösen die indifferente städtebauliche Situation auf. Die Sprache des Neubaus zitiert den Bestand, denkt ihn aber zugleich weiter – vor allem, indem sich die Architekten bei den Grundrisstypologien von ihm emanzipieren.

Beitrag in: archithese 1/2021, S. 48–53.
Foto: Andrea Wiegelmann